Durchgängigkeit bis in den Historian
Die Informationen aus den Laboranlagen werden so strukturiert, dass sie sich in einen Historian beziehungsweise in eine produktionsähnliche Datenwelt einordnen lassen. Das erleichtert nicht nur die Versuchsauswertung, sondern auch den Vergleich mit späteren Pilot- oder Produktionsanlagen. Wer beim ersten Laborversuch bereits ähnliche Datenstrukturen verwendet wie im späteren Anlagenbetrieb, reduziert Medienbrüche und schafft Datendurchgängigkeit über den gesamten Entwicklungsprozess hinweg.
Die Umsetzung liess sich insgesamt gut realisieren. Das Laborsystem von HiTec Zang bietet genügend Funktionalität, um unsere gewohnten modulbasierten Programmstrukturen umzusetzen. Gleichzeitig gab es zwei Learnings, die für ähnliche Projekte wichtig sind:
Ein erster Stolperstein war das Arbeiten mit dem LabVision-Tool für klassenbasierte Programmabschnitte. Der Ansatz liess sich grundsätzlich nutzen, das Instanziieren verlief jedoch nicht ganz so reibungslos, wie man es von anderen Systemen kennt. Die Verknüpfungen zwischen den instanziierten Skripten und den Bedienelementen erfolgten nicht vollständig automatisch und erforderten zusätzliche manuelle Eingaben.
Für den Projektalltag heisst das: Der modulare Ansatz funktioniert, aber man muss mehr Augenmerk auf die saubere Verkettung und Konsistenz der Instanzen legen.
Eine weitere Herausforderung war die flexible Anbindung an den Historian, in unserem Fall den AVEVA PI-Server. Die Daten konnten zwar relativ einfach über OPC UA bereitgestellt werden, und zwar direkt in einer Struktur nach ISA- 88, wie sie auch in Produktionsanlagen üblich ist. Nutzt man allerdings wie gewohnt die Flexibilität des Laborsystems und ergänzt beispielsweise einen neuen Messpunkt, kann dieser nicht automatisch ins PI übernommen werden. Schnittstelle und Mapping müssen aktuell noch von der für PI zuständigen Person manuell angepasst werden – das ist uns noch nicht flexibel genug. Bereits diskutiert werden hier daher Ansätze mit generischen Platzhaltern, die bei Bedarf verwendet werden können oder gar eine dynamische Zuordnung von Messpunkten über Kontextdaten.